Am 20.10.1901 beschloss die Gemeindeversammlung unter Vorsitz von Gemeindevorstand Johann Heins die
Gründung einer "Freiwilligen Feuerwehr" sowie den Kauf einer Handdruckspritze und den Bau eines
Spritzenhauses. Der Feuerwehr Heinbockel traten 20 Männer bei, aber jeder Einwohner war verpflichtet, der
Feuerwehr im Notfall zu helfen, insbesondere also beim Pumpen an der Spritze. Erster Hauptmann wurde
Hinrich Meyer und Zugführer Klaus Tiedemann. Die Handruckspritze wurde für 1702 DM gekauft, sie lieferte 300
Liter Wasser pro Minute und hatte eine Strahlweite von 35 m. Um 25
Pfennig ging es 1904, als sich Streitigkeiten zwischen der Feuerwehr
und der Gemeinde entwickelten, um eine Löschprämie nämlich. Diese
"Löschprämie", die die Gemeinde an die Wehrmänner zahlte anstelle
der gesamtenPrämie, sollte der Grund zur auflösung der Wehr und
ihrer Neugründung sein, zu der es aber dann doch nicht mehr kam.
Neuerliche Differenzen zwischen der Gemeinde und der Feuerwehr,
die widerum eine Auflösung der Wehr zur Folge hatten, ereigneten
sich 1932. Wieder ging es ums Geld. Schnell mußte nun eine
Pflichtfeuerwehr organisiert werden, die aber nur wenige Tage
Bestand hatte. Anfang 1933 gründete man eine neue "Freiwillige
Feuerwehr" mit Johannes Dubbels als Brandmeister.
Ein Tag von besonderer Bedeutung für die Feuerwehr Heinbockel war der 28.06.1925, an dem in Heinbockel der
Kreisfeuerwehrtag des Kreises Stade von ihr durchgeführt wurde, zumal die Feuerwehr Heinbockel gleichzeitig
gleichzeitig ihr 25jähriges Stiftungsfest feiern konnte. Die Wehr Heinbockel gehörte dem Kreisverband seit
seiner Gründung 1908 an. Ein Besonderes Anliegen dieses Feuerwehrtages war die schnelle Alarmierung der
Wehren. Fünf Dörfer hatten überhaupt kein Telefonanschluss um fernmündlich Hilfe anzufordern. Fahrräder, die
gerade erst aufkamen, bzw.
Motorräder waren nicht immer griffbereit, es blieb damals wohl oft beim altbewährten Feuerreiter.
Nach dam Preußischen Feuerlöschgesetz, das 1934 in Kraft trat, war die blaue Uniform mit Ledergurt,
Schulterriemen und Faschinenmesser Vorschrift. Die Anschaffung dieser neuen Uniform machte große
finanzielle Schwierigkeiten und konnte erst nach und nach durchgeführt werden.
Als der Krieg 1939 begonnen hatte, wurden von den 27
Feuerwehrmännern sofort 9 Mann zu Wehrmacht einberufen.
Mitte 1943 wurden 14 Männer notdienstverpflichtet, Ende
1943 dazu Frauen bzw. Mädchen. Während des Krieges blieb
Heinbockel glücklicherweise von Brandbombem verschont
und auch beim Einmarsch der Engländer im März 1945
erfolgten Brandschäden wie sonst in der Umgebung, z.B.
Düdenbüttel, Hagenah, Schwinge und Himmelpforten. Nach
dem Kriege begann ein reger Feuerwehrdienst. Die
Ausrüstung der Wehr wurde den neuen Erkenntnissen und
Erfordernissen angepaßt, indem man 1946 eine gebrauchte
Motorspritze TS 8 aus Hamburger Luftschutzbeständen
kaufte. Damit konnte die Einsatzkraft der Wehr wesentlich
verstärkt werden. Im Jahre 1951 kam eine Feuerwarnsirene,
ebenfalls aus Hamburger Luftschutzbeständen stammend, die
auf dem Schulhause installiert wurde, hinzu.
Das neugebildete Land Niedersachsen erließ 1949 ein neues Feuerschutzgesetz. Im selben Jahr stellte
BrandmeisterJohannes Dubbels sein Amt zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde Hinrich Tiedemann, Hinter den
Höfen 28; der Stellvertreter seit damals Johann Behrens. Hinrich Tiedemann versah seinen Dienst bis 1961.
Zum Nachfolger wählte man Hinrich Mathiesen, diesem folger 1986 Andreas Haack.
Das Jahr 1963 war für die Wehr von großer Bedeutung, denn sie erhielt ein VW-Kleinlöschfahrzeug, das
gleichzeitig noch 6 Mann mitführen konnte, mit eingeschobener TS 8 sowie
anzuhängenden Schlauchwagen. Dieses Fahrzeug ersetzte endlich die Trecker
als Zugfahrzeuge. Darüber hinaus erhielt Heinbockel gleichzeitig eine neue
Kleinkraftspritze mit Volkswagenmotor. Zur Unterbringung dieses Fahrzeuges
wurde das Gerätehaus auf dem Schulhof im Eigenbau von den
Feuerwehrleuten nach hinten verlängert. Zwei Jahre später kam eine zentrale
Wasserversorgung durch insgesamt 16 Hydranten hinzu. Außerdem sind noch
vorhanden: 2 Saughydranten und eine Zisterne mitten im Dorfe.
Durch die Gebiets- und Verwaltungsreform im Juli 1972 wurde die
Samtgemeinde Oldendorf Träger des Feruerlöschwesens.
Die Freiwillige Feuerwehr Heinbockel hatte 1976 eine Stärke von 36 Mann.
Mit mehr als 400 Gästen feierte die Feuerwehr am 7. August 1976 ihr 75jähriges Bestehen. Bei diesem Fest gab
es neben der Jubiläumsfeier zwei weitere Höhepunkte: Einmal die Weihe der neuen Standarte und zum anderen
die Pokalwettkämpfe aller Wehren der Samtgemeinde Oldendorf. In feierlichem Rahmen wurde von
Kreisbrandmeister Gooßen, Hammah, die Standartenweihe vollzogen.
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